| Die nächsten Wochen... |
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| 19.02.2012 12:00 Uhr Treffen zum Porzer Zug... [mehr] |
| 19.02.2012 15:00 Uhr Hausball: Treffen nach dem Porzer Zug im Club... [mehr] |
| 22.02.2012 19:30 Uhr Fischessen im Club (Gastronomie)... [mehr] |
| 27.02.-13.03.2012 00:00 Uhr BETRIEBSFERIEN der Gastronomie... [mehr] |
| 02.03.2012 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 09.03.2012 18:00 Uhr Mitgliederversammlung Jugend... [mehr] |
| 09.03.2012 20:00 Uhr Mitgliederversammlung Semo... [mehr] |
| 09.03.2012 08:00 Uhr Mitgliederversammlung Jugend... [mehr] |
| 16.03.2012 20:00 Uhr Mitgliederversammlung Rudern... [mehr] |
| 31.03.2012 07:00 Uhr Einkranen... [mehr] |
22. bis 30. August 2002
Eine Rudertour in British Columbia, Canada
Vor etlichen Jahren wanderte das Schweizer Ehepaar Barbara und Kurt Baumann nach Kanada aus. Sie hatten die tolle Idee, Kanu-, Trekking- und Rudertouren zu organisieren. Als ehemaliger Rennruderer fiel es Kurt leicht, die Seen und Flüsse in seiner neuen Umgebung zu erkunden. Seither haben schon etliche deutsche und schweizer RuderInnen auf dem Yukon und auf verschiedenen Seen gerudert. Auch dieses Jahr organisierten Barbara und Kurt mehrere Rudertouren. Wir durften uns eine eigene Fahrt plus wünschen, nämlich auf Seen, eine Woche vor der FISA-Tour. Nach Ankunft in Vancouver nahmen wir uns genügend Zeit, Smithers (B.C.), den Ausgangspunkt unserer Reise, per "Cariboo-Express" (Zug) zu erreichen. Die Fahrt dauert 1 ½ Tage mit Uebernachtung in Prince George, d.h. 21 Std. Fahrzeit. Anfangs ist die Landschaft ähnlich wie in der Schweiz, Seen, Berge, Täler. Später aber wird die Gegend wild, mächtig, sehr einsam, mit vielen Wäldern, Flüssen, Bächen. Wir konnten uns nicht satt genug sehen. Die Bahn fuhr manchmal viele Stunden ohne Halt, weil keine Ortschaften da waren. In Smithers empfing uns Barbara. Dort liessen wir alles unnötige Gepäck und flogen mit einem Wasserflugzeug über bewaldete Hügel und kleine Seen. Hie und da sah man abgeholzte Waldstücke und die Wege, welche für die Waldarbeiter und Lastwagen gemacht worden waren. Die kahlen Stellen müssen wieder aufgeforstet werden. Nach 25 Min Flug kamen wir an die Ufer des Takla Lakes. Dort erwartete uns Kurt B., der die Boote auf dem Landweg über 500 km weit gefahren hatte, zusammen mit einem Kollegen, der ein Motorboot brachte. Jetzt waren wir also an unserem lang ersehnten Ziel angekommen. Noch führt eine Strasse zu diesem See. Hier können wir noch auf ein WC "mit Herzchen" gehen, allerdings ohne Wasserspülung. Zu Baumanns gehört auch der Highland Terrier "Zorro", unser Bärenverteidiger. Zorro riecht und hört sehr gut und verteidigt uns vor jedem Vogel, Eichhörnchen etc., welche zu nah an uns herankommen. Der Takla Lake erinnert an den Vierwaldstättersee. Nur fehlen die Häuser. Die Berge sind bis zu 2000 m ü. M. hoch. Der See ist ca. 70 km lang und ziemlich schmal mit mehreren Seitenarmen. Die Thermik beginnt oft auch gegen 11 Uhr.
Wir bekommen Instruktionen wie man die Zelte aufstellt, am 2. Tag gibt es Abbruch-Unterricht. Im ganzen sind wir 13 Personen: Barbara und Kurt Baumann, Dieter Linden, unser Motorbootfahrer, ursprünglich aus Köln. Er stellt sein Motorboot für den Gepäckstransport zur Verfügung. Dieter organisiert im Sommer Angler-Ausflüge. Seine Saison ist schon abgeschlossen. Unsere Gruppe besteht aus zwei Amerikanerinnen, einem Oesterreicher, vier Deutschen, einer Engländerin und zwei Schweizerinnen. Untereinander wird meist englisch gesprochen. Wir rudern in einem Doppelvierer+, einem Riemenvierer+ und einem Einer, in letzterem konnte sich fast jeder einmal profilieren. Am nächsten Tag machen wir am Vormittag und am Nachmittag je eine Ausfahrt, sozusagen zum aufwärmen. Wir brechen auf und rudern am 3. Tag zum Ende des Takla Lakes. Dort entdecken wir erschöpfte rote Lachse, welche ihren langen Weg vom Meer her hierher geschafft haben. Als letzten Akt laichen sie hier, um danach zu sterben. Wir sehen etliche Bärenspuren und viele abgefressene Fischgerippe. Da sind aber auch gesunde, quicklebendige Forellen. Mit Dieters Hilfe fangen wir 6 dicke Exemplare, die dann mit Kräutern in Alufolie gegrillt werden. Barbara ist eine exzellente Köchin. Mit trockener Birkenrinde entfacht sie dreimal am Tag in Windeseile Feuer und kocht für uns köstliche Mahlzeiten. Dies trägt natürlich zur guten Stimmung bei. Jeden Morgen gibt es ein anderes Frühstück, auch selbstgebackenes Brot oder frisches Müesli. Einmal werden Pancakes mit selbst gepflückten Heidelbeeren verfeinert. Es werden fast jeden Abend herrliche Sonnenuntergänge geknipst Wir sitzen allabendlich ums Feuer und geniessen die Stille, die Einsamkeit, die Geborgenheit in der Natur. Nachts scheint der Mond so hell wie eine Strassenlaterne.
Am nächsten Tag rudern wir 40 km auf dem Middle River zum Trembleur Lake. Das Wasser ist sehr ruhig, fast ohne Strömung. Ein Otter oder Biber überquert den Fluss, zwei Bären verschwinden, als sie das Motorboot kommen sehen. Den Ruderern ist dieser Anblick leider versagt. Bei einem kurzen Halt an Land sehen wir wenigstens frische Bärenspuren und steigen ziemlich schnell wieder in die Boote. Wilde Tiere sind sehr scheu. Ueber unseren Köpfen kreisen Weisskopfadler. Jeden Abend müssen wir alles Gepäck ausserhalb der Zelte zusammenlegen. Es dürfen keine Esswaren oder Kosmetika im Zelt bleiben. Falls doch jemals ein Bär vorbeikommen sollte, würde er sich an den Rucksäcken und nicht an den Zelten zu schaffen machen. Unser neuer Strandplatz ist wieder äusserst idyllisch. Hier wird ein runder Geburtstag gefeiert. Barbara zaubert einen Kuchen mit rosaroter Rahmschicht und roten Kirschen aus ihrem Vorrat. Selbst Kerzen und eine Flasche Champagner sind da. Die Stimmung ist sehr fröhlich, die Atmosphäre einmalig. Wer kann seinen runden Geburtstag schon in der Wildnis feiern, auf einem Baumstamm sitzend, mit Blick auf einen ruhigen See, der von sanften Hügeln und Wald umgeben ist. Die von Bibern zernagten Baumstämme liegen haufenweise an allen Ufern herum. Wir brauchen sie nur etwas zurecht rücken und schon ist unser "Esszimmer" eingerichtet.
Am folgenden Tag können wir vormittags nicht rudern. Es ist bedeckt, es windet, die Wellen sind zu hoch. Dies ist das Risiko bei Touren auf Seen. Darum haben Baumanns auch einen Reservetag eingerechnet. Doch nachmittags können wir bereits eine Ausfahrt auf dem Trembleur Lake wagen. Er hat die ungefähre Grösse des Zürichsees. Kurt gibt uns Ruderunterricht. Am schönsten läuft das Boot wenn er am Schlag sitzt. Da herrscht Konzentration, fast wie im Rennboot. Nach der zweiten Nacht am gleichen Strand trennen wir uns schweren Herzens von dem idyllischen Ort und überqueren den See zur Einmüdung des Rivers Tachie, welcher zum Stuart Lake führt. Es sind 32 Stromschnellen angesagt. Barbara und Dieter haben im Motorboot eine genaue Beschreibung, wie man die heiklen Stellen zu durchfahren hat. Es gibt aufregende Momente. Alles geht gut. Auch der Einer kommt heil durch. Ein Boot folgt diszipliniert dem andern, denn niemand kann hier schnell zu Hilfe kommen. Die Tagesetappe war 40 km. Ausser an den Stromschnellen gab es wenig Strömung. Der Stuart Lake hat etwa die Grösse des Bodensees mit15 Inseln. Auf der nächst gelegenen Insel schlagen wir unser Lager auf.. Der See liegt wie ein Bleiteppich vor uns, einfach unglaublich. Doch in der Nacht schlägt das Wetter um. Es windet, es beginnt zu regnen. Wir rudern am nächsten Morgen bei hohen Wellen 3 km zum Festland. Dort landen wir, denn das Risiko ist zu gross, richten uns ein, um später weiter zu rudern. Am Strand unter einer Plane machen ein Feuer und warten, bis das Wetter sich beruhigt, vertreiben uns die Zeit und pflücken Heidelbeeren, die es hier in Hülle und Fülle gibt. Um 16 Uhr können geht es endlich weiter. Kein Wind, keine Wellen mehr, die Sonne schein, als ob nichts gewesen wäre. Unterwegs entdecken wir einen jungen Bären auf einem Baum.
Das nächste Nachtlager ist wieder auf dem Festland. Die Nacht ist unruhig, ein starker Wind weht, die Wellen schlagen hoch, man hört die Bären nicht kommen... Zorro bellt fleissig. Das Motorboot ist beinahe vollgelaufen und muss in der Nacht geleert werden. Wir können erst um 14 Uhr weiterrudern. Am Vormittag spazierern wir dem Strand entlang und entdecken Bärenspuren, Wolfsspuren, auch Spuren von Zorro und sogar Bärendreck, Kurt gibt uns zoologischen Unterricht. Die Sonne scheint wieder und das Wasser beruhigt sich von Stunde zu Stunde. Nach 20 km kommen wir zur "Honey Moon"-Insel. Gleich gegenüber legen wir an einem herrlichen Sandstrand an. Sind wir auf Hawaii oder gar an der Riviera? Es ist warm und sehr idyllisch. Wir haben Zeit zum Baden, Waschen, Plaudern an der Sonne. Kein Mensch weit und breit. Die Wassertemperatur ist ca. 16° C.
Unser letzter Tag am und auf dem Wasser ist gekommen. Petrus meint es wirklich gut mit uns. Herrliche Stimmung an unserem einmalig schönen Strand. Ziemlich ruhiges Wasser. Wir entdecken beim Weiterrudern die ersten Häuser Fort St. James. Unser Ziel liegt nach 220 geruderten km am Ende des Stuart Lakes in sichtbarer Nähe. Hier war einstmals ein wichtiger Umschlagplatz für den Pelzhandel Mitte 19 Jh. Heute ist dieser Handelsplatz ein Museum. Nach Verladen der Boote fahren wir 5 Std. nach Smithers und sind restlos glücklich über die einzigartige Woche in einer harmonischen Gruppe. Wir haben den Reservetag nicht fürs Rudern gebraucht und haben so einen zusätzlichen Ruhetag. Smithers hat 6000 Einwohner und ist von mehreren Bergen umgeben. Im Winter liegt hier genügend Schnee für den Wintersport, die Infrastruktur ist vorhanden und kann noch weiter ausgebaut werden.
Wir besuchen Ksahn (70 km entfernt), ein Dorf der First Nation People (Ureinwohner). Seit 10'000 Jahren wohnen an der Westküste immer noch über 25 verschiedene Stämme. Es sind Fischer und Jäger. Im 19. Jh. sind sie während ca. 70 Jahren von den Weissen sehr unterdrückt worden. Ihre vielen Traditionen sind nur knapp erhalten geblieben und werden heute in Ehren gehalten. Die First Nations People haben so manche Privilegien. In vielen Situationen geht es ihnen ähnlich wie den Aboriginies in Australien.
Zum Abschied laden uns Baumanns noch zu einem Grillabend in ihr selbst gebautes Blockhaus mitten im Walde ein. Das Haus hat dieselbe gute Ausstrahlung wie Kurt und Barbara, welche uns die vergangene Woche begleitet haben. In einem Schopf liegen Ruderboote aus der Schweiz, renovierte und solche, die auf die Revision warten. Ein Clubhaus gibt es in Smithers nicht. Kurt fährt die Boote jedes Mal zum See.
Wir sehen uns den Videofilm der gemeinsam erlebten Woche an und zeigen uns gegenseitig die frisch entwickelten Photos. Am folgenden Tag trennen sich unsere Wege. Wir fliegen zurück über Vancouver nach Ottawa, der FISA-Tour entgegen. Barbara und Kurt Baumann haben nicht nur eine tolle Rudertour perfekt organisiert, sie haben uns auch Natur und Kultur von British Columbien näher gebracht. Danke, Danke!
Bericht erstellt von Annette Bauer Hahn (Damenruderclub Zürich und CfWP) und Fritz Hahn (CfWP)
