| Die nächsten Wochen... |
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| 10.09.-12.09.2010 00:00 Uhr 30. Inselsternfahrt... [mehr] |
| 10.09.2010 19:00 Uhr Kameradschaftsabend... [mehr] |
| 11.09.2010 19:00 Uhr Festveranstaltung mit Siegerehrung... [mehr] |
| 12.09.2010 10:00 Uhr Frühschoppen... [mehr] |
| 17.09.-19.09.2010 00:00 Uhr 45. Wanderrudertreffen 2010 in Kleve... [mehr] |
| 25.09.2010 07:00 Uhr Clubwandertag... [mehr] |
| 25.09.2010 10:00 Uhr Arbeitsdienst 3 (Haus & Hof)... [mehr] |
| 01.10.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 09.10.2010 15:00 Uhr Abfahren/Absegeln... [mehr] |
| 24.10.2010 00:00 Uhr Abrudern... [mehr] |
| 25.10.2010 19:00 Uhr Beginn des Hallensports... [mehr] |
| 30.10.2010 07:00 Uhr Auskranen... [mehr] |
| 05.11.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
Herbsttörn 2003 - Rund um Mallorca
Am Samstag, den 11.10.03, haben wir nachmittags unsere Moorings 505 (eine modifizierte Bénéteau 50) in Palma de Mallorca übernommen. Bei der Übergabe stellten wir keine größeren Mängel fest. Nur der Stopper des Schiebeluks an backbord war locker. Das Boot war neu, d.h. im Mai zu Wasser gelassen worden.
Die Crew machte es sich erst einmal in ihren Kabinen bequem und verstaute den Proviant für die vor ihr liegende Woche. Eigentlich verstaute ihn Günther, unser Smut, und wir anderen reichten an. Am Abend wollten wir mit den Jungs des Schwesterschiffs essen gehen.
Der Wetterbericht sagte O 3 voraus. Wir hatten als ersten Hafen Puerto de Sóller ausgesucht, um dann am Montag vielleicht einen langen Schlag nach Menorca machen zu können, wenn der Wind - wie angekündigt - auf SO drehen sollte.
Um 07.30 frühstückten wir erst einmal ausgiebig und warfen um 08.23 die Leinen los. Cabo de Cala Figuera hatten wir um 09.27 querab, und der Wind versprach, allmählich segelbar zu werden. Wir setzten Groß und Genua, und eine herrliche Ruhe war im Schiff. Sehr vielfältig ist die Landschaft zwischen hohen Bergrücken und dem Cabo de Sa Mola. Kiesstrände und Felsvorsprünge säumen die Küste von San Telmo. Vorgelagert ist der mächtige Felsrücken der schützenden Insel Dragonera. Um 11.30 schafften es dort auch Wilfrieds Trimmkünste nicht mehr, den Start des Motors zu verhindern.
In der Bucht von Valdemossa machten wir eine Badepause. Günther hatte uns schon mit Tappas und Getränken versorgt. Oben in dem Bergstädtchen hatten sich damals der Komponist Chopin und seine Dichtergefährtin George Sand im Karthäuserkloster Zellen gemietet. Wir segelten vorbei an der Punta de sa Foradada, einer ins Meer vorspringenden Halbinsel mit durchlöcherter Felsnase. Um 15.28 hatten wir die Einfahrt zum Naturhafen von Puerto de Sóller erreicht. Ein Platz an der Pier war nicht frei, so dass wir vor Anker gehen mussten. Von weitem sahen wir die alte Straßenbahn von Siemens-Halske, die noch immer hinauf zum Bergdorf Sóller fährt.
Günther begann sein Werk in der Kombüse, und nach einiger Zeit servierte die Backschaft Goldbrasse im Salzmantel. Der Abend klang mit einem schönen Wein vor der grandiosen vom Mond erleuchteten Bergkulisse aus.
Nach einer angenehm ruhigen Nacht ging es um 08.45 weiter. Wir fuhren vorbei an der beeindruckenden Steilküste im Morgendunst zur Cala de Sa Calobra, selbst im Gegenlicht ein grandioser Anblick. Die riesige, zum Meer offene Schlucht wird beid-seitig begrenzt von mehrere hundert Meter hohen Felswänden - sicherlich eine der eindruckvollsten Buchten Mallorcas. Nach einer Fahrt fast unter den hohen Felsen entlang, was nur bei Windstille möglich ist, versuchten wir, in der Cala Figuera bei Cap Formentor - es gibt hier drei Calas mit diesem Namen - eine Mittagspause vor Anker einzulegen. Aber Tappas und Bad waren uns nicht vergönnt, der Anker wollte nicht halten. Wir verließen die Bucht unter Segel, um nach Puerto Pollensa zu fahren. In der gleichnamigen Bucht wurde das Segeln schwer, denn der Wind ließ schon wieder nach, aber die Wellen nicht. Auch in der Bucht vor Hotel Formentor war uns ein Bad nicht vergönnt - Ankerverbot- also gings in die nächste Bucht vor den Hafen. Nach einem ausgiebigen Bad brauchten wir nur noch ein paar Kabellängen zu fahren, um den Hafen zu erreichen. Beim Übergeben der Achterleinen hielt sich Wolfgang an der Badeleiter fest, die Gerd mit dem Klettband ordnungsgemäß gesichert hatte, und verschwand zwischen Schiff und Pier in den Fluten. Gott sei Dank konnte er ohne Verletzungen gleich wieder an der Leiter herausklimmen. Nach einem ausgiebigen Abendessen wollten wir uns etwas die Füße vertreten und den Ort kennen lernen. Aber auch in nur von Einheimischen besuchten Kneipen ließen uns die Preise schnell wieder das Boot aufsuchen.
Nachdem der Hafenmeister erst um 10.00 - nicht um 08.00 –erwachte, zahlten wir den stolzen Preis von 13.50 € für unsere 50 Fuß mit Wasser und Strom. Der Wind blies in die Bucht, die Richtung stimmte, aber die Stärke von im Schnitt 27 kn nicht. Also banden wir das erste Reff ins Groß und verkleinerten die Genua. Auch mit Reff zeigte die Logge noch über 8 kn hoch am Wind. Um 13.15 hatten wir schon die Bucht von Alcudia überquert und waren um 15.03 fest im Hafen von Cala Ratjada. Wir machten an einem 70 Fuß Segler fest, der einem Dänen gehörte. Fest war übertrieben, denn er versorgte uns erst einmal mit einer stabilen Vorleine. Die Achterleine zum Nachbarn war nach einer Stunde durchgescheuert und musste erneuert werden. Vorsichtshalber ging unser Schwesterschiff vor Buganker rückwärts an die Pier. Sie lagen bedeutend ruhiger. Wir ließen kein Schiff mehr ins Päckchen, was auf Unverständnis stieß, aber richtig war. Wir veränderten lange die Leinen, bis wir die Hoffnung hatten, sie könnten halten. Unser Däne half - auch im eigenen Interesse - die ganze Zeit mit. Die Schiffe tanzten. Letzte Nacht hatte es 50 kn Wind während der Gewitter, berichtete der Däne, und da es anfing zu grummeln, verabredeten wir eine Wache. Bald war es kein Wetterleuchten mehr, sonder Blitz und Donner waren eins. Der Wind kam plötzlich von vorne und mit ihm der Regen waagerrecht. Unsere Schiffe sprangen.
Wir hatten eine "erholsame" Nacht im Wachrhythmus von 2 Stunden. Um 10.45 legten wir endlich ab. Der Wind war schwächer und hatte auf SW gedreht. Die Wellen ließen uns bis zum Schluss im Hafen tanzen. Wir motorten langsam Richtung Porto Christo. Wenn die Sicht durch den nächsten Regenschutt genommen war, hatten wir Wind. Dann kam wieder die Sonne mit wenig Wind. Günther war ausnahmsweise am Ruder und beschwerte sich gleich, dass es hakte. Dann stellte er konstaniert fest, dass es sich aus seiner hart Backbordlage überhaupt nicht mehr zurückbewegen ließ. Wir fuhren im Kreis. Die Felsen der Höhle von Artá (in der Nähe von Playa de Canyamel) waren gleich eine halbe Meile in Lee. Zwar ein grandioser Anblick, aber mit jeder Welle kamen sie näher. Wir machten die Notpinne klar, aber bewegen ließ die sich auch nicht. Wir benachrichtigten Moorings. Die glaubten, der Autopilot blockiere das Ruder. Aber auch nachdem wir ihn vom Netz genommen hatten, tat sich nichts. Der Rudergänger versuchte derweil, das Schiff durch Gasstöße, immer dann wenn die Kielrichtung vom Felsen weg zeigte, uns von ihm fernzuhalten. Unsere Freunde waren noch nicht zu sehen und auf Handy auch nicht erreichbar. Die Situation war unschön. Wir setzten einen Notruf über Funk ab. Pan Pan etc., aber es meldete sich niemand. An Land hatten Günthers Frau und Moorings versucht, etwas für uns zu unternehmen, aber die Felsen kamen näher. In der Zwischenzeit war unser Schwesterschiff da und fuhr auch- aber freiwillig- Kreise. Nur mit eingeschlagenem Ruder konnten sie uns nicht schleppen. Der Seegang war zu hoch. Ich dachte: besser Schraubenzieher und Kratzer in der Vertäfelung als Bekanntschaft mit den Felsen und demontierte meine Kabinenwand im Bereich, wo ich die Ruderanlage vermutete. Es war etwas schwierig, bei dem Gebolze die kleinen Schrauben zu finden und nicht zu verlieren . Schließlich konnte ich die verklemmte Steuerkette vom Getrieberitzel lösen, und um 12.45 waren wir wieder manövrierfähig. In Porto Christo warteten die Monteure von Moorings am Steg. Eine Stunde später war der Schaden behoben. Wir hatten das neueste Boot! Die Monteure gingen, wir blieben und wurden nicht alt an diesem Abend. Um 10.45 starteten wir Richtung La Rápita. Das Reff war noch eingebunden und der Windmesser zeigte 22 - 25 kn . Die Sturmwarnung für unser Gebiet und Freitag hatten alle gelesen. Sie hatte die Nr.252, glaube ich. NW 7-8 . Cabrera und unsere Liegeerlaubnis waren damit gestorben. Dafür begegneten wir einer Bavaria 50. Wir versuchten sie zu überholen. Wilfrieds Trimmkünste brachten den gewünschten Erfolg. Wir waren eine halbe Stunde vor ihnen im Hafen. Unsere neuen Freunde zeigten dann, was sie konnten, und befreien einen Bayern aus der Mooringleine, die er sich nach einigen Versuchen um die Schraube gewickelt hatte. Die Anlegemanöver - nicht unseres Schwesterschiffs- brachten einen unterhaltsamen Abend. Nur der Sturm kam nicht, aber dafür die Sterne und die wären in Cabrera viel romantischer gewesen.
Um 10.15 lagen wir mit unseren Schiffen vorm Strand und nahmen das Morgenbad bei Sonne und Windstille. Die Segelversuche gaben wir dann bald auf und motorten nach Palma zur Tankstelle. Die Bootsabgabe war problemlos. Das gemeinsame amerikanische Abendessen lang und preiswert. Der Sturm kam dann beim Abflug. Einen Tag zu spät und genau aus der anderen Richtung ,aber man wird bescheiden, was die Qualität von Wetterberichten anbelangt.
Die Teilnehmer Gerhard Bähr, Günther Rauh, Wilfried Schmitz und Wolfgang Gloeckner (Bild links) sagen herzlichen Dank ihrem Skipper Marcus Schüler (Bild rechts) für die Organisation dieses Törns.
Bericht von Marcus Schüler
Bilder von Wolfgang Glöckner
