| Die nächsten Wochen... |
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| 10.09.-12.09.2010 00:00 Uhr 30. Inselsternfahrt... [mehr] |
| 10.09.2010 19:00 Uhr Kameradschaftsabend... [mehr] |
| 11.09.2010 19:00 Uhr Festveranstaltung mit Siegerehrung... [mehr] |
| 12.09.2010 10:00 Uhr Frühschoppen... [mehr] |
| 17.09.-19.09.2010 00:00 Uhr 45. Wanderrudertreffen 2010 in Kleve... [mehr] |
| 25.09.2010 07:00 Uhr Clubwandertag... [mehr] |
| 25.09.2010 10:00 Uhr Arbeitsdienst 3 (Haus & Hof)... [mehr] |
| 01.10.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 09.10.2010 15:00 Uhr Abfahren/Absegeln... [mehr] |
| 24.10.2010 00:00 Uhr Abrudern... [mehr] |
| 25.10.2010 19:00 Uhr Beginn des Hallensports... [mehr] |
| 30.10.2010 07:00 Uhr Auskranen... [mehr] |
| 05.11.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
Rudern auf norwegischen Fjorden
Am Morgen des 18.7.04 erreichen wir über Berlin, Rostock und Kopenhagen mit der Fähre im strömenden Regen Oslo. Mit dem mit Lebensmitteln für 9 Mitreisende für zwei Wochen vollgepackten Bus geht es über Landstraßen, vorbei an immer höher werdenden Bergen, an Seen und Flußläufen nach Westen in Richtung Laerdal. Mit einem kleinen Umweg über Borgund, wo wir die am besten erhaltene Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert besichtigen, erreichen wir am Abend unser Quartier am Campingplatz, wo wir in Zweibettzimmern übernachten. Gekocht wird selbst, und nach einem kleinen Bummel durch den schönen Ort mit seinen gemütlichen Holzhäsern und einem Schlummertrunk lockt das Bett.
19.7.04 Durch einen 24 km langen Tunnel werden die Boote, ein 1,15 m breiter Dreier mit Steuermann und ein 92 cm breiter Zweier mit Steuermann, nach Aurland gebracht und dort im Schwimmbad am Aurlandfjord eingesetzt. Es ist ablaufendes Wasser, so berudern wir mit der Ebbe den Aurlandfjord, auf beiden Seiten von ho-hen, schroffen Felsen eingefaßt, bis wir in den Naeroy-Fjord abbiegen. Es ist einer der schönsten, engsten Fjorde Norwegens. Die Felsen rücken ganz nah an das Wasser heran. Es herrscht ein reger Schiffverkehr, so daß man nicht nur Landschaft genießen kann, sondern auch auf die kräftigen Wellen aufzupassen hat. Gleich zu Anfang stürzt ein Wasserfall fast senkrecht aus ca. 1800 m Höhe herab. Bei einer kleinen Ansiedlung auf einer almähnlichen Fläche sehen wir, wie ein Lastenhub-schrauber den Ort mit Baumaterial beliefert, der sonst nur mit Schiff zu erreichen wä-re. Als wir am Nachmittag unser Ziel Gudvangen fast erreicht haben, gibt es einen heftigen Regenschauer, und als Belohnung einen Regenbogen, der die Felsen rechts und links des Wassers miteinander verbindet.
20.7.04 Von Gudvangen rudern wir zurück nach Aurland, genießen also heute den Naeroy-Fjord in der Morgensonne. Wir bewundern die Gletscher, die über die Berge hinweg im Sonnenschein leuchten. Heute beziehen wir zwei Holzhäuser (Hütten) auf dem Lunde-Camping in Aurland. Der rauschende Bach, der direkt an den Hütten vorbei fließt, singt uns sein Schlaflied.
21.7.04 Ein langer Rudertag erwartet uns, wir wollen die große Etappe nach Laerdal rudern. Wir starten in Aurland und rudern aus dem Aurlandfjord hinaus auf den So-gnefjord, Mit dem guten Kartenmaterial läßt sich recht gut steuern, es sind sogar die Überlandleitungen und die einzelnen Wasserfälle eingezeichnet, so daß man immer wieder einen Anhaltspunkt hat, ob man noch auf dem richtigen Weg ist, denn die Berge sehen sich alle sehr ähnlich. Der Sognefjord ist sehr breit, sodaß hier der Wind eine gute Angriffsfläche hat. Wir fahren also nahe am Ufer, können so die Landschaft richtig genießen. Schon früh kann man sein Ziel sehen, erreicht es aber erst nach langem Rudern. Das Auge hat sich inzwischen an die Entfernungen gewöhnt, freut sich aber über die Unterbrechung der schroffen Felsen durch grüne Flächen mit An-siedlungen. Gegen Abend fahren wir in den Laerdalfjord, der von zwei aufeinander zulaufenden Berghängen begrenzt zu sein scheint. Beim Näherkommen sehen wir die auslaufenden Bergrücken mit bunten Holzhäusern bebaut in der Abendsonne liegen.
Der Weg mit dem Bus zurück nach Aurland führt uns heute über den Aurlandweg, die einzige Verbindung der Orte vor dem Bau des 24 km langen Tunnels. Nachdem das Auto sich immer höher geschraubt hat, befinden wir uns plötzlich in schneebedeckter Landschaft, dazwischen immer wieder Gletscherseen. So kommen wir bei einer Ru-dertour zur Schneeballschlacht! Den Blick auf den Aurlandfjord, der ganz tief unten im Schatten liegt, genießen wir bei der Abfahrt über die Serpentinenstraße.
22.7.04 Ruhetag! Nach Verladen des Gepäcks, denn am Abend beziehen wir neues Quartier, fahren wir mit der historischen Flam-Bahn hoch nach Myrdal. So kann man die herrliche Landschaft in aller Ruhe vom Zugabteil aus bewundern: kleine Dörfchen auf grünen Almen, verlassene Bauernhöfe und ein riesiger Wasserfall, bei dem der Zug vier Minuten anhält, damit jeder sein Foto von einer Plattform aus schießen kann. Von Myrdal aus, das der Zug nach einer Stunde erreicht, gehen wir zu Fuß zurück. Der steile Weg führt uns immer wieder zum Wasserfall, der uns fast 12 km lang begleitet. Hier steigen wir wieder in den Zug, um nach Flam zurück zu fahren. Es ist inzwischen Abend geworden. Der Hänger muß noch nach Laerdal versetzt werden.
23.7.04 Früh starten wir in Laerdal, wir rudern heute zum Lustrafjord. Wir kreuzen erst einmal bei starkem Wind den Weg der Fähre, biegen dann ab in den Lustrafjord, der ebenfalls von hohen, bewaldeten Felsen eingefaßt ist. Zu Anfang ist der Fjord noch sehr breit, so daß wir nah am Land fahren, um Windabdeckung zu haben. Ge-gen Mittag erreichen wir Solvorn, wo wir an einem Steg anlegen, während die Landdienst-Mannschaft ausgewechselt wird. Solvorn gegenüber liegt Ornes mit einer sehr alten Stabkirche. Das Überqueren des Fjordes wäre aber wegen der Breite zu gefährlich, so können wir die Kirche nur von Ferne sehen. Die Ruderer starten zur Etappe nach Gaupne, wo wir als Quartier für 4 Nächte zwei richtige Luxushütten auf dem Campingplatz beziehen.
24.7.04 Start durch den Lustrafjord bis zu seinem Ende nach Skolden, ca. 25 km. Der Lustrafjord ist ziemlich breit, auf der Westseite flach auslaufend und ungewohnt stark bebaut. Zwei Inseln in der Mitte des Fjordes künden uns an, daß wir uns dem Ort Luster nähern, wo wir Mittagspause machen wollen. Während wir unser Butter-brot verzehren haben wir Gelegenheit den Robben in der Mitte des Fjordes beim Spiel zuzusehen. Als wir wieder an den Start nach Skolden gehen, hat der Wind auf-gefrischt, wir genießen es, ein Stück zu "segeln", bis die Wellen Schaumkronen ha-ben und wir lieber kräftig rudern, um unser Ziel zu erreichen.
Heute wartet ein Lachs vom Grill auf uns, wir fahren daher zügig über die schmale Uferstraße zurück nach Gaupne.
25.7.04 Von Skolden rudern wir bis Mittag auf der Ostseite des Fjordes und sehen, daß die kleinen Ansiedlungen am Ufer mit einer schmalen Straße verbunden sind, die bis Ornes führt. Ein 280 m hoher Wasserfall überdeckt mit seinem Tosen zeitwei-se unser Gespräch. An der schmalsten Stelle des Fjordes wechseln wir auf die Westseite, der heftige Wind macht dem Zweier zu schaffen, aber bald erreichen wir alle, zwar im Regen, aber wohlbehalten das andere Ufer, um dort die Mannschaft auszuwechseln. Nach Überquerung des Gaupne-Fjordes hat auch der Regen auf-gehört, die Sonne lockt mal wieder die Seehunde zu fröhlichem Spiel ganz nah beim Boot. In Solvorn werden die Boote verladen und per Hänger über eine schmale, stei-le Straße nach Sogndal gebracht, von wo wir zum Sognefjord starten wollen.
26.7.04 Ruhetag – mit einer ganz besonderen Anstrengung! Wir fahren mit dem Bus zum Nigard-Gletscher. Nach einstündiger Fahrt erreichen wir die Gletscherstation, werden von einem verwegen aussehenden Gletscherführer in Empfang genommen, mit Steigeisen, Eispickel und Handschuhen versehen, dann geht die Fahrt per Schiff über den Gletschersee, Wir wandern über einen Geröllhang zum Gletscher. Hier werden Steigeisen angelegt, mit Brustgurt und Sicherungsseil eine Seilschaft gebil-det und ab geht es nach kurzer Einweisung ins Eis. Zuerst mühen wir uns – wir sind alle zum erste Mal im Eis – auf ausgetretener Eistreppe aufwärts, rechts begrenzt durch Stangen, an denen man sich zur Not festhalten kann. Dann werden wir über Grate, durch Wasserläufe, vorbei an Gletscherspalten, die eisblau schimmern, teils mit Wasser gefüllt sind bis zum Labyrinth geführt. Der Gletscher ist bedeckt von grauem Steinstaub, der ihn aussehen läßt, wie drei Tage alter Schnee in der Groß-stadt Als es steil wieder abwärts geht, ruht unser Blick auf dem 800 m tiefer liegen-den Gletschersee. Nach zwei Stunden Eiswanderung sind wir froh – und stolz – heil wieder unten anzukommen, unser Sicherungsseil abzuliefern, die Steigeisen abzule-gen und über die Geröllhalde zum Schiff zu wandern. Im Bus sieht man den einen oder andern Kopf langsam auf die Brust sinken und regelmäßiger Atem verrät, daß es doch ein anstrengender Tag war.
27.7.04 Am Vormittag wird gerudert von Sogndal bis Slinde, wo bei der Mittagspause im Hafen der Landdienst eingewechselt wird. Jetzt kommt die Fahrt auf dem breiten, windanfälligen Sognefjord. In Hermannsverk signalisieren wir dem Landdienst, daß wir weiterrudern können, auch, wenn der Wind immer heftiger aus Südwest weht. Wir haben nicht nur gegen den Wind sondern auch gegen das auflaufende Wasser zu kämpfen. Wir rudern also nahe Hermannsverk und Leikanger mit Hotelbauten und Häfen vorbei, dann wird das Ufer steiler und unbebaut. Nur hier und da steht auf ho-hem Felsen ein Haus. Der Himmel wird grauer, der Wind heftiger und vom Himmel prasselt der Regen. Ein Kreuzfahrtschiff hebt sich weiß gegen die schwarzen Fels-wände ab und ein Ausflugsboot versucht uns mit seinen Wellen zu versenken, an-sonsten verläuft die Fahrt anstrengend, aufregend und abwechslungsreich.
In Dragsvik beziehen wir zwei schöne Hütten mit Blick auf den Fjaerlandfjord.
23.7.04 Heute soll der Fjaerlandfjord bis zu seinem Ende gerudert werden, etwa 30 km. Nachdem wir den Fjord gekreuzt haben, rudern wir auf der Ostseite, wo die ho-hen Felsen schwarze Schatten werfen. Nach einer ganzen Weile wird der Fjord schmaler, ein Wasserfall rauscht, eine Ansiedlung auf einer grünen Anhöhe sieht richtig gemütlich aus. Dann wird der Blick angezogen von den schwarzen Felsen am Ende des Fjordes, deren Häupter nun in der Sonne liegen. Darüber glänzt ein weißer Gletscher, die Gletscherzunge reicht fast bis aufs Wasser – ein zauberhaftes Bild. Der Ort Fjaerland liegt in der Mittagssonne, als wir anlegen, um mit der Fähre zurück nach Balestrand zu fahren. Der Rundgang durch den Ort mit Riesenhotel, das An-fang des 20. Jahrhunderts den deutschen Kaiser Wilhelm II beherbergt hat, und schöner, heller Stabkirche aus dem 19. Jahrhundert dauert nicht lange. Dann geht es zurück zur Hütte in Dragsvik.
29.7.04 Heute ist unser letzter Rudertag, an dem die Boote von Fjaerland nach Dragsvik zurück gerudert werden. Mit ablaufendem Wasser geht das recht schnell, wir haben deshalb viel Zeit einer Familie springender Schweinswale zuzusehen, die sich ganz in der Nähe unseres Bootes tummeln. Wir nehmen die Schönheit der Landschaft ganz in uns auf um sie ja nicht zu vergessen. Der Fjaerlandfjord ist ein sehr lieblicher Fjord mit wenig Ansiedlungen auf grünen Anhöhen, die die Felsen unterbrechen. Ein bißchen Abschiedstimmung macht sich breit, als wir die Boote verla-den haben und nach einem Bad im 13 Grad kalten Wasser zurück zur Hütte bummeln.
30.7.04 Abfahrt der Fähre um 6.05 Uhr! Bereits um 14 Uhr rollen wir auf Oslo zu, ha-ben also noch Zeit bis zum Einchecken zur Fähre. So können wir als Überraschung die weltberühmte Skisprungschanze, den Holmenkollen besichtigen, der uns einen herrlichen Blick über Oslo und den Oslofjord bietet.
31.7.04 Nachdem wir in Marielyst/Dänemark noch einen Besuch am Ostseestrand gemacht haben, fahren wir bei heftigem Gewitter auf die Fähre nach Rostock. Damit schließt sich der Kreis - eine wundervolle 14-tägige Rudertour mit vielen ganz außergewöhnlichen Erlebnissen und mit lieben Ruderkameraden aus Berlin ist beendet.
Gesamtruderstrecke 335 km
Bericht von Elisabeth Salomon
