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09.03.2012 08:00 Uhr
Mitgliederversammlung Jugend... [mehr]
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Herbsttour 2007

Auch dieses Jahr haben sich sieben Clubmitglieder zur Herbstsegeltour aufgemacht. Ursprünglich sollten es 10 sein aber drei wurden Krank.

So machten sich die Sieben am Sonntag den 16.09.07 morgens um 5:00 Uhr auf den langen Weg nach Stralsund. Das erste Treffen war auf der Raststätte Remscheid verabredet. Von da an fuhren wir in Kolonne. Die zweier Kolonne erreichte planmäßig gen Mittag den Hafen von Stralsund und auch die Aron, nur Kristian war noch in der Stadt.

Die Aron wurde 1906 auf der L.J. Bager Werft als Lastensegler in Marstall Insel Ärö Dänemark gebaut. 1968 kaufte sie Kristian Lund und rüstete das Schiff für Passagierfahrten um. Seit 1970 ist er mit Gästen unterwegs. Seit 1973 fährt das Schiff auch wieder in seiner ursprünglichen Form als Gaffelschoner ohne Ruderhaus. Die Aron misst 33.10 m über Alles ist 5,65 m breit und hat einen Tiefgang von 2,65 m. Sie ist aus Holz gebaut, hat 320qm Segel und einen 6 Zylinder Gardner Diesel mit über 10 Liter Hubraum und 110 PS.

Da ja nur sieben Mann da waren, hatten einige Glück und bezogen eine Kammer allein, denn nur wer zuerst schnarcht hat gewonnen. Es soll allerdings von dieser Regel auch Ausnahmen geben. Es gab eine Einweisung, d.h. Kristian erklärte die Funktionen der verschiedenen Fallen und Niederholer. Außerdem bekam jeder eine bestimmte Aufgabe bei den Manövern zugeteilt. Danach wurden die Leinen losgeworfen und die Segel gesetzt. Zuerst der Jager dann Außenklüver, Innenklüver und Fock. Danach gingen dann Schonersegel und Groß an den Masten hoch. Wir waren geschafft, denn die Übung mit Pick und Klaufall fehlte ja noch. Gleichzeitig handelten sich die unerfahrenen Rudergänger Ihre ersten Rüffel ein, wenn sie nicht genau dem Fahrwasser folgten. Aber wer noch nie so ein Schiff gesteuert hat wird sehr gefordert und weiß auch gleich wo der Hammer hängt bzw. wer das letzte Wort an Bord hat.

Wir segelten zuerst nach Barhöft und dann den Gellenstrom nach Norden, am Leuchtturm Dornbusch vorbei Richtung Kap Arkona. Von dort ging es nach Lohme. Leider ist dieses Jahr das Ansteuerfeuer einem Erdrutsch zum Opfer gefallen und auch das Steuerbordlicht auf dem Molenkopf ist aus. Das rote Backbordfeuer war mit mühe auszumachen. Es war stockduster als Kristian im Hafen auf dem Teller drehte und mit Backbord anlegte.

Unser Kapitän beherrscht nicht nur sein Schiff sondern auch die Kochkunst, und das bei jedem Wetter in einer Kombüse von gerade einmal 2 mal 2 Meter. Die zwei Backschafter, die für den Service zuständig sind, können mit mühe zu zweit in der Küche arbeiten. Kurz nach dem Festmachen steht auch das Abendessen auf dem Tisch. Da der Getränkevorrat an Bord für jeden etwas bereit hält können die Abende recht lang werden. Auch Wilfried, im anderen Hobby Vorsitzender einer Weinbruderschaft, konnte seiner Leidenschaft frönen. So sahen wir auf der ganzen Reise keine Hafenkneipe von innen. Beim morgendlichen Entsorgen von pfandfreien Leergut sahen wir dann die geschlossenen Kneipen.

Wie eng der Hafen von Lohme war, bekamen wir auch erst am morgen zu Gesicht. Es reichte aber nur für einen kurzen Rundgang nach dem Frühstück, denn Kristian war schnell mit dem Hafenmeister handelseinig geworden, und brachte dessen Fang Steinbutt mit an Bord – eine Fischkiste voll – und trieb zur Eile. Diesmal legten wir auch nicht unter Segeln ab wie in Stralsund. Die Segel setzten wir dann in Anblick der Steilküste Rügens, wobei es für die Touristen an Land wohl mehr zu sehen gab als für uns an den Fallen. Etwas Sport muss ja sein. Danach gingen wir auf Kurs. Der Wind kam fast achterlich, etwas von Backbord. Wir betrachteten uns noch den Bergrutsch und sinnierten über das Schicksal des Hotels, was jetzt direkt auf den Hafen und die See blickt. Dabei wurde die Küste langsam kleiner und die Wellen höher. Sie hoben das Schiff behutsam hinten etwas an, ließen die Masten etwas nach Steuerbord schwingen, um dann, bei ihrem Weg unter dem Schiff hindurch, langsam den Bug anzuheben und das Heck wieder abzusenken wobei die Masten gleichzeitig wieder nach Backbord zurück schwangen. Diese Bewegung blieb uns bis zum Abend an der Nordspitze von Bornholm treu. Die Backschaft hatte aber trotzdem mit Decken und Spülen genug zu tun.

Eine Segelyacht kreuzte vor dem Wind, war aber nicht schneller und musste wahrscheinlich die letzten Meilen nach Rönne motoren, dass wir steuerbord achteraus liegen ließen um an einigen Häfen und Hammerhuset vorbei zu Nordspitze zu segeln. Die Segel nahmen wir erst kurz vor Alinge herunter. Der Hafen kann bei schlechtem Wetter mit Schleusentoren verschlossen werden. Diese Vorrichtungen haben viele Häfen auf Bornholm. Entweder man verläst noch schnell den Hafen oder macht dort eine Zwangspause. In den Vorhäfen wird es dann lebensgefährlich. Wir blieben im Vorhafen nach obligatorischem Wendemanöver und machten an unserer Schokoladenseite Backbord fest. Das Wetter war feucht und nicht allzu kalt. Der Wetterbericht versprach leider keine Drehung auf SO. Wir, d.h. Kristian, beschloss eventuell am Dienstag bis nach Swienemünde durchzulaufen, um dann wieder mit halben Wind den Rückweg ja antreten zu können. Die Entscheidung sollte nach dem Wetterbericht in Nexö fallen. Ich wollte eigentlich früh ins Bett, aber nur Harald schaffte es tatsächlich. Nur als wir uns gelegt hatten war wohl seine erste Tiefschlafphase gerade zu ende. Auch die Musik aus seinen Kopfhörern übertönte nicht unsere Arbeit an den Masten, die merkwürdiger Weise morgens noch standen. Harald kampierte im Salon, da war Karl-Heinz zwar leiser aber wir andern lauter zu hören.

Morgens gingen einige zur Dusche andere brachten das Leergut weg. Der Wetterbericht beim Hafenmeister liess nichts Gutes – keinen SO oder N – ahnen. Wir Segelten nach Nexö, der größten Stadt an der Ostküste Bornholms. Wir konnten nicht bleiben. Der Kapitän des Fischereischutzbootes aus Nexö kam vorbei um Kristian zu begrüßen. Er hatte bei Ihm an Bord als Junge immer die Schulferien verbracht. Er sagte uns Wellen von ca. 3 m und Wind von 7 bis 8 Bft. aus SW voraus und trieb zur Eile. Gegen 15:00 Uhr verließen wir den Hafen mit vollen Tanks. Wir mussten nur das Schonersegel setzen. Kristian lief übers Schiff und zurrte alles fest. Franz hatte sich zum Mittagsschlaf verzogen, die Sonne hatte den Nieselregen abgelöst und Kristian war in der Kombüse. Am Horizont zogen schwarze Wolken auf, dazwischen Sonne ein phantastisches Bild. Ein Schiff kreuzte unseren Kurs. Ich ging nach Unten um dies dem Kapitän zu melden. Die Backschaft hatte gedeckt und einer kam mir entgegen um uns zum Essen zu rufen. Kristian und der andere hatten einen vollen Teller und hielten die Töpfe auf dem Tisch während sie aßen fest. Der andere Rief zum Essen nur endete der Satz in einer etwas zu feuchten Aussprache. Worauf wir anderen wie aus einem Mund sagten, jetzt kommt keiner mehr zum Essen. Kristian machte seinen Teller lehr und ging nach oben gab seine Anweisung an den Rudergänger und nahm sich einen Eimer.

Wir kämpften uns durch die Nacht. Kristian hatte gut vorgehalten, so dass wir abfallen konnten, um die Hafeneinfahrt von Swienemünde anzusteuern. Sie war optisch sehr schwer auszumachen. Das Lichtermeer im Hintergrund und der Schiffsverkehr sowie Ankerlieger machten die Situation recht unübersichtlich. Was wir lange für Kutter gehalten hatten, stand an Land und war eine Industrieanlage mit roten Warnlichtern. Ankerlieger sahen aus wie eine Stadt. Dann endlich hatten wir den Tonnenstrich und kurz darauf holten wir den Schoner ein. Der Zollanleger war zu erkennen, wir machten fest und Kristian ging mit den Ausweisen an Land. Nach wenigen Minuten legten wir wieder ab und fuhren durch die Stadt zum Hafen vor der Altstadt. Das ausgefallene Abendbrot wurde durch eine Käseplatte ersetzt. Dann fielen alle in die Kojen.

Den Mittwoch blieben wir in Swienemünde. Wir erkundeten die Stadt zu Fuß. Die Bußladungen von Touristen machten sich unangenehm bemerkbar. Die Stadt zeigte reges Leben und hat sich auf die Touristen eingestellt. Der Polenmarkt mit der Breitling für 3,00 EUR ist genau das was die Bußladungen suchen. Der Strand ist genauso sch&oml;n wie in Heringsdorf oder Binz, nur die Häuser sind noch nicht alle restoriert bzw. neu gebaut. Hier gibt es keinen Soli. Aber es geht sichtlich bergauf.

Wir kamen auch mit unseren Liegeplatznachbarn ins Gespräch. Ein Ehepaar, das auf dem Rückweg von Finnland noch einen Abstecher in Rügen machte, um dann an den Rhein zu fahren.

Am Donnerstagmorgen legen wir ab, um gleich beim Zoll wieder fest zu machen. Diesmal kommt ein Zöllner an die Pier und vergleicht die Pässe mit den Gesichtern an Deck. Wir legen ab und setzen gleich die Segel. Das Wetter ist schön, der Wind Kräftig aber durch die kurze Anblasstrecke die Wellen nicht vorhanden. Es geht dicht an der Küste entlang zum anderen Ende von Usedom. Vor Ruden drehen wir in das betonnte Fahrwasser ein und bergen die Segel. Im Hafen von Ruden entdecken wir ein Küstenwachboot, also einlaufen und einklarieren (sonst hätten wir eigentlich nach Saßnitz segeln müssen). Von dort führt uns das Fahrwasser in den Penestrom. Im Hafen von Peenemünde machen wir fest. Es bleibt noch Zeit das V2 Museum zu besuchen. Auch das größte je gebaut konventionell Raketenuboot wird besichtigt.

Für Freitag bleibt uns nur noch die Fahrt nach Saßnitz. Als wir Ablegen sehen wir einen deutschen Kollegen. Er segelt vor uns den Peenestrom hinaus. Wir treffen ihn Draußen wieder. Er steht neben dem Tonnenstrich und nimmt die Segel herunter. Er hat sich dann mit seiner Maschine wieder vom Flach gezogen. Jetzt wissen auch unsere Rudergänger warum sie oft so “gefaltet” werden, wenn sie den befohlenen Kurs nicht genau einhalten. Der Wettergott meint es gut mit uns, die Sonne scheint, der Wind ist frisch und so können wir dicht unter Land gemütlich unsere Reise beenden. Das letzte Segel geht im Hafen herunter und ein Hafenmeister weist uns einen Platz zu. Der Abend wird lang, da auch noch Anette kommt, die die nächsten Reisen mitmachen wird. Kristian braucht dann nicht zu Kochen.

Nachdem wir nach dem Frühstück abgerechnet haben, bringt uns ein Taxi zu unsern Autos in Stralsund. Wir hoffen, dass Kristian noch ein paar Jahre fährt, denn wir wollen ja noch eine Reise mit Ihm machen.