| Die nächsten Wochen... |
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| 10.09.-12.09.2010 00:00 Uhr 30. Inselsternfahrt... [mehr] |
| 10.09.2010 19:00 Uhr Kameradschaftsabend... [mehr] |
| 11.09.2010 19:00 Uhr Festveranstaltung mit Siegerehrung... [mehr] |
| 12.09.2010 10:00 Uhr Frühschoppen... [mehr] |
| 17.09.-19.09.2010 00:00 Uhr 45. Wanderrudertreffen 2010 in Kleve... [mehr] |
| 25.09.2010 07:00 Uhr Clubwandertag... [mehr] |
| 25.09.2010 10:00 Uhr Arbeitsdienst 3 (Haus & Hof)... [mehr] |
| 01.10.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 09.10.2010 15:00 Uhr Abfahren/Absegeln... [mehr] |
| 24.10.2010 00:00 Uhr Abrudern... [mehr] |
| 25.10.2010 19:00 Uhr Beginn des Hallensports... [mehr] |
| 30.10.2010 07:00 Uhr Auskranen... [mehr] |
| 05.11.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
04.08.-12.08.2007
Rudern im „Wilden Osten"
So war die Rudertour ausgeschrieben, bei der wir unverhofft noch einsteigen konnten. Es war eine herrliche Tour! Aber wild waren lediglich ein paar Motorbootfahrer, die uns durch ihr Vordrängen die Wartezeiten an den Schleusen verlängerten, oder die im Rückwärtsgang vorwärts schauend ein Boot in Bedrängnis brachten.
Die Landschaft an Havel und den Mecklenburger Seen ist einfach zauberhaft. Die Havel mäandert sehr stark, fließt um Schilfinseln oder durch ruhige Örtchen, fließt zwischen sonnendurchfluteten Waldlandschaften oder total zugewachsenen, befestigten Ufern, mal ganz schmal, mal breit, wie ein See. Die Seen sind alle miteinander verbunden. Die Kanäle zwischen den einzelnen Seen sind oft so stark verschilft, dass nur einseitig gerudert werden kann, sehr zur „Freude" der Steuerleute. Durch eine Schleuse geht es dann über in den nächsten See oder zurück in die Havel.
Bredereiche, der Ort, in dem wir untergebracht waren, ist ein typisches Straßendorf mit echtem DDR-Charme. Die Häuser sind klein, mit teils bröckeligem Putz, Regenabfallrohren aus gelbem Flex-Schlauch. Die Farbe ins etwas graue Straßenbild bringen. Neue, teils recht stattliche Häuser rund um den alten Ort sind in viel Grün verteilt. Zwei Gasthöfe gibt es im Dorf.
Das Gasthaus Bootshaus mit recht komfortablen Zimmern mit Dusche und WC, hat eine gemütliche Gaststube und einen schönen Biergarten am Wasser. Hier ließen sich die Abende recht gemütlich verbringen. Für den täglichen Bedarf gibt es einen Supermarkt, eine Bäckerei, einen Fleischer, sogar einen Friseur (auf Rudertouren dringend nötig!) wo man sein Geld unterbringen könnte, so man hätte. Ist die Börse leer, muß man nach Templin oder Fürstenberg, in die nahe liegenden größeren Städte, Hier gibt es Automaten, denn im Ort zahlt die Sparkasse nur Geld an Einheimische aus. Mit oder ohne Scheckkarte – Barauszahlungen gibt es nicht!
Zum Eingewöhnen ging's am Sonntag Havel aufwärts (Fließgeschwindigkeit ca. 1 bis 1,6 km) Richtung Stolpsee, der erst einmal umrundet werden musste – ein Genuß im strahlenden Sonnenschein. .Die erste Schleuse, die Schleuse Himmelpfort, war direkt mit Wartezeit verbunden, in der sich jeder einen schattigen Platz unter Bäumen suchte. Nach einem Fahrgastschiff, das die Schleuse völlig ausfüllte, durften wir zusammen mit drei Motorbooten schleusen. Weiter gings durch einen Verbindungskanal zum großen Lychersee, an dessen Ende der Gasthof "Zur Mühle" uns zu einem gemütliche Mittagessen einlud. Die Rückfahrt bot eine Abwechslung: die Truppe wurde getrennt, weil der letzte Vierer nicht mehr in die Schleuse passte und auf den nächsten Schleusengang warten musste. Die Rückfahrt vom Stolpsee über die im Schatten liegende Havel ging gemütlich zu. Nachdem alle Boote wieder beieinander waren, mussten wir an der Schleuse Bredereiche eine zeitlang warten, um zum Bootshaus "Hevella" zu gelangen, wo wir bereits erwartet wurden.
Montag, zweiter Tag der Rudertour im „Wilden Osten”, führte uns Havel abwärts. Auch hier wieder befestigte Ufer. Teils durch Wald, teils zwischen Feldern mussten drei Schleusen überwunden werden. Die Havel mäandert so stark, dass auch der Steuermann viel zu leisten hatte, teilweise mussten wir back- oder steuerbord überziehen, damit die Kurven nicht plötzlich zu eng waren – und immer auf der Hut, da ja Motorboote nur durch Gehör wahrgenommen wurden und recht plötzlich vor dem Boot auftauchten. Nach der Schwerarbeit war Mittagessen in Burgwall angesagt. Die Pause im Schatten belebte wieder. Um die Schleuse zu den Wentow-Seen zu erreichen mussten wir ein Stück zurückrudern. Hier wartete eine Schleusenwärterin auf uns. Alle andere Schleusen waren Selbstbedienungs-Schleusen. Man war daher auf sich gestellt. Entsprechend chaotisch verhielten sich vor allem die Mietboot-Fahrer.
Nun wurde es eng! Von der Schleuse zum lang gezogenen Wentow-See führt ein total verschilfter Kanal, bei dem die Steuerleute ins Schwitzen kamen. Mal konnte nur mit „Ruder lang” die Enge passiert werden, mal mit halb eingezogenen Skulls, mal einseitig rudernd. Befreit atmete die Steuerfrau/der Steuermann auf, als wir den See erreichten, der rundherum mit privaten Badeinseln, kleinen Hütten und größeren Wochenendhäusern bebaut war. Unmengen Seerosen luden ein zum Betrachten und zum Fotografieren. Da auch der Wind von der richtigen Seite kam, wurden die Skulls in Segelstellung gebracht. Der eine oder andere spannte zusätzlich einen Schirm auf, so dass die Boote tüchtig Fahrt machten. Bald schon war das Ziel Seilershof erreicht, wo Brigitte bereits auf die müden Ruderer wartete. Während die Männer noch die Boote versorgten, wurde die „Frauenfuhre” zum Hotel gebracht und die Duschen waren frei, als die verschwitzten, vom Weg zur Kneipe fast erschöpften Männer mit der 2. Fuhre ankamen. Beim gemeinsamen Abendessen und kühlen Getränken ließ man den Tag noch einmal an sich vorbei ziehen.
Dienstag, 3. Rudertag – wieder hatten wir strahlenden Sonnenschein, bestiegen nach der Fahrt durch Wiesen und Sonnenblumenfelder und Licht durchflutete Wälder in Seilershof unsere Boote. Die Rückfahrt auf den Wentow-Seen durch Seerosenfelder und Schilfinseln war heute viel kürzer, als gestern der Hinweg, die Fahrt durch den verschilften Kanal ging heute auch viel leichter, als am Vortag – man war schon trainiert, oder war man nur ausgeschlafen? Nach der Schleuse Marienthal gings ein Stück Havel aufwärts, bis zum Abzweig zum Röddelinsee und nach Templin. An der Schleuse Hammelspring konnte, wer mochte, ein Bad im See nehmen, bevor man sich zum Mittagessen niederließ. Aber, man konnte sicher sein, dass da ein Mitgeniesser lauerte. Auf dem Gelände liefen zwei Esel (außer so manchem Gast) herum, die sich gern füttern ließen bzw. den letzten Krümel vom Teller schleckten. Der Abschied fiel schwer, doch wir wollten ja Templin erreichen. Vor uns lag ein lang gestreckter See, der Röddelinsee mit wenig menschlicher Besiedlung an den Ufern. So fiel es recht schwer, die Ausfahrt zwischen Schilf und Bäumen in den Kanal nach Templin zu finden. Inzwischen hatten wir ja Übung im befahren schmaler Kanäle, so ereichten wir Templin, wo die Boote nach der Schleusung hinter der Stadtschleuse heraus genommen wurden.
Heute waren wir mit Bernhard und Sonja, die auf dem Gelände der Hevella im Wohnwagen ihre Ferien verbrachten, zum Grillabend verabredet. Da wir recht spät das Hotel erreichten, mussten Waschen und Umziehen schneller gehen, damit die beiden Berliner nicht die ganzen Vorbereitungsarbeiten alleine bewältigen mussten. Es wurde ein schöner, gemütlicher Grillabend.
Mittwoch, „Bergfest”. Die Boote lagen im Templin. Die Männer hatten sie schon zu Wasser gelassen und mit Skulls bestückt und geschleust, als wir Ruderfrauen eintrafen. Wir brauchten "nur noch" einsteigen, und ab ging es in Richtung Bredereiche. An der Schleuse Hammelspring musste jeder noch einmal nach den Eseln gucken, ehe wir weiterfuhren. An der Schleuse Schorfheide warteten schon viele Motorboote auf Durchlaß. Also mußten auch wir am Ufer festmachen und bekamen einen Riesenschrecken, als ein Motorboofahrer, ganz auf die Einfahrt zur Schleuse konzentriert, im Rückwärtsgang auf eines unserer Boote zuschoß. Nur ein Riesengeschrei konnte den Fahrer aufmerksam machen, was mit viel Gezeter und Geschimpfe seitens des Motorbootfahrers vor sich ging. Schuld waren natürlich die Ruderer, die sich einfach hinter ihn legen mussten! Um die Zeit zu überbrücken gab es Picknick, dann kamen wir ohne Probleme durch die Schleuse und konnten die Fahrt zum Ruderclub fortsetzen. Über den Bäumen bauten sich dunkle Wolken auf, aus denen es hin und wieder grummelte. So wurde aus der gemütlichen Heimfahrt eine schnellere Fahrt – es wäre kaum eine Möglichkeit gewesen, bei Gewitter auszusteigen, außer unter hohen Bäumen.
Donnerstag, 5. Rudertag bei teilweise bedecktem Himmel. Heute wollten wir eigentlich Strasen erreichen, aber es kam anders. Nach Fahrt über Havel und Stolpsee ruderten wir durch einen langen, verschilften Kanal mit vielen Windungen auf Fürstenberg zu Ein großes Transparent an einer Brücke hieß die Besucher willkommen. Direkt nach Einbiegen in einen kleineren See war die Schleuse zu erkennen an den vielen Schiffen, die auf Durchfahrt warteten. mussten auch wir uns einreihen – hat aber nichts mit Reihenfolge zu tun. Die großen Motorboote sind nun mal stärker und schneller im Start, wenn die Schleuse geöffnet wird – da hilft auch kein Protest, dass wir bereits länger warteten. Also hatten wir viel Zeit! Nach etwa eineinhalb Stunden endlich öffnete sich das Schleusentor auch für uns und wir blickten auf den See mit fürstlicher Bebauung rundherum und Motorboot-Stegen am Ufer. Auf dem Kanal zur Schleuse Steinförde durch Schilf- und Waldlandschaft, wurden wir von vielen Motorbooten jeglicher Größe begleitet – und dann sahen wir die Bescherung. In unendlich langer Reihe warteten die Boot vor der Schleuse. Es war bereits Nachmittag, also war Strasen für heute gestrichen. Wir fuhren Kanal und See zurück. Nachdem wir die Boote am Gästesteg festgemacht hatten, kehrten wir im „Haus am See” in Fürstenberg ein, genossen den Nachmittagskaffee und beschlossen, die Boote heraus zu nehmen, um von hier aus am nächsten Tag nach Strasen zu rudern. Wieder wurde Brigitte überzeugt, uns nun doch in Fürstenberg abzuholen, und der Abend war gerettet.
Freitag – schon der vorletzte Rudertag! Wir starteten in Fürstenberg schon früh, um dem Trubel an der Schleuse zu entgehen, nicht ohne vorher das Abendessen im „Haus am See” zu bestellen. Die Schleuse war bald erreicht und blitzschnell passiert, so dass uns nichts mehr daran hindern konnte, heute Strasen zu erreichen. Graue Wolken begleiteten uns und mancher kritische Blick zum Himmel prüfte, woher denn das entfernte Grummeln käme. Der Priepertsee, ein etwas kleinerer See, wurde noch umrundet, ehe wir Strasen bei der Einfahrt zur Schleuse erreichten. Hier nahmen wir die Boote aus dem Wasser, um die einfahrenden Motorboote nicht zu behindern. Im Gasthaus „Zum Löwen” stärkten wir uns für die Rückfahrt. Ein Blick auf die Ferienhaus-Siedlung Strasen bewies uns, dass wir im Vorjahr eine gute Wahl getroffen hatten. Die Holzhäuser liegen verstreut, unter Bäumen versteckt, um eine Gemeinschaftshütte und ein Schwimmbad und laden zum Wiederkommen ein. Am Abend wurden die Boote in Fürstenberg auf der Wiese abgelegt, ein jeder, der wollte, konnte im See ein Bad nehmen, um erfrischt zum Abendessen anzutreten. Brigitte stieß nach ihrem Ausflug nach Berlin zu uns, und so war unsere Rückfahrt zum Hotel gesichert.
Samstag, unwiderruflich letzter Rudertag: die Boote wurden nach einem schnellen Schleusengang in Fürstenberg zurück gerudert nach Bredereiche. Wir ließen uns Zeit, den letzten Teil unserer Rudertour zu genießen: segelnd, wenn der Wind von der richtigen Seite kam, gemütlich die Kurven der Havel ausfahrend, Schiffe vorbei ziehen lassend, erreichten wir am Nachmittag die Gaststätte „Bootshaus” um dort mit Kaffee und Kuchen die Tour zu beenden. Die Schleusung danach, anlegen am Bootshaus und die gereinigten Boote zurück geben an Hevella, war schnell geschehen.
Nach dem Abendessen im „Bootshaus” wurde mit Dank an die Fahrtleitung, mit Singen kölscher Lieder zum Akkordeon die Abschiedsstimmung versüßt.
Es war eine wunderschöne Wanderfahrt im „Wilden Osten”, bestens organisiert und geleitet von Wolfgang und Birgit, mit vielen neuen Eindrücken und einer stets einsatzbereiten harmonischen Mannschaft.
Elisabeth Salomon
