| Die nächsten Wochen... |
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| 10.09.-12.09.2010 00:00 Uhr 30. Inselsternfahrt... [mehr] |
| 10.09.2010 19:00 Uhr Kameradschaftsabend... [mehr] |
| 11.09.2010 19:00 Uhr Festveranstaltung mit Siegerehrung... [mehr] |
| 12.09.2010 10:00 Uhr Frühschoppen... [mehr] |
| 17.09.-19.09.2010 00:00 Uhr 45. Wanderrudertreffen 2010 in Kleve... [mehr] |
| 25.09.2010 07:00 Uhr Clubwandertag... [mehr] |
| 25.09.2010 10:00 Uhr Arbeitsdienst 3 (Haus & Hof)... [mehr] |
| 01.10.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
| 09.10.2010 15:00 Uhr Abfahren/Absegeln... [mehr] |
| 24.10.2010 00:00 Uhr Abrudern... [mehr] |
| 25.10.2010 19:00 Uhr Beginn des Hallensports... [mehr] |
| 30.10.2010 07:00 Uhr Auskranen... [mehr] |
| 05.11.2010 19:30 Uhr Clubabend... [mehr] |
Sauerkrauttour 2003 mit MY DINA (9,50 m x 3,30 m, Tiefgang 0,80 m)
Crew: Rainald und Ingrid, Peter und Ulla
Am 27. Juni 2003 starteten wir unseren diesjährigen Urlaubstörn, die große Sauerkrauttour, von dem schönen Städtchen Saarburg aus. Bereits Pfingsten hatten wir unsere "DINA" über den Rhein und die Mosel dorthin überführt, um am großen Hafen- und Vereinsjubiläum des WSC Saarburg teilzunehmen.
Wir hatten uns diesmal für die knapp 100 Kilometer längere Route über Metz und Nancy entschieden, da wir die kürzere Schleife über die Saar und den Saarkohlenkanal (heute: Saarkanal) bereits im vergangenen Jahr gefahren waren.
Ein Stopp am 1. Etappenziel Schwebsange (Luxemburg) ist geradezu Pflicht, schon wegen der günstigen Spritpreise (Diesel 06/2003: 0,62 €). Bei Apach beginnt die französische Moselle. Geschleust wird hier zusammen mit der Berufsschifffahrt. Die obligatorische Vignette für das Befahren französischer Gewässer kauften wir im Oberwasser der Schleuse Thionville (49,00 € für 16 Tage).
Schon bald erreichten wir das erste Highlight der Tour, die ehemalige Hauptstadt Lothringens, Metz. Der Hafen befindet sich in landschaftlich reizvoller Lage direkt an einem sehr schönen Park, zentral zum Stadtzentrum gelegen. Hier kann man getrost 2 Tage (oder länger) verweilen. Am Wochenende gibt es im nahen Park eine beeindruckende Wasserorgel-Show. Hier in Metz trafen wir auch Manfred Fenzl, den Verfasser vieler Törnführer vom Rhein bis zum Ijsselmeer, auf seiner "TAURUS". Er erzählte viel Interessantes von seinen umfangreichen Recherchen auf den Flüssen und Kanälen Europas.
Eine Tagestour weiter verlassen wir die Moselle und fahren vor Nancy in den Rhein-Marne-Kanal. Die schöne Stadt lohnt einen mehrtägigen Aufenthalt. Der Hafen liegt sehr zentral am Stadtzentrum. Von hier aus lässt sich alles bequem zu Fuß erreichen: Der geschichtsträchtige Stanislas-Platz mit seinen reich verzierten, vergoldeten Toren, die Markthallen, wo emsige Händler frisches Gemüse und Obst, Fleisch und Fisch anbieten, die liebevoll restaurierten Patrizierhäuser und der riesige Park mit seinem kleinen Zoo. Restaurants mit der viel gerühmten französischen Küche gibt es überall. Am besten entscheidet man sich für ein Menü und lässt sich ein bißchen Zeit zum Genießen. Wir aßen auch einmal - gar nicht mal schlecht - auf der "Nautilus", einer zum Restaurant umgebauten Péniche im Hafen.
Als Kontrast zum quirligen Stadtleben empfiehlt sich als nächstes ein Stopp in ruhiger, idyllischer Natur. Den findet man bei Parroy neben einem kleinen Campingplatz, wo man Strom und Wasser bekommt und auch duschen kann. Sonst leider keine Versorgungsmöglichkeiten; Brötchenservice auf dem Campingplatz.
Am nächsten Tag erreichten wir die Schachtschleuse von Penicoure, die mit 15,40 m den größten Schleusenhub auf dieser Tour aufweist. Schwimmpoller erleichtern den Schleusenvorgang erheblich. Nun ist die Scheitelhaltung erreicht, seit Koblenz ging es nur bergauf. Jetzt fahren wir rund 30 Kilometer ohne eine einzige Schleuse, eine wohl verdiente Ruhepause für die ganze Crew. Irgendwo hier sollte man sich einen Platz für die Nacht suchen. Uns aber zog es weiter nach Lutzelbourg, einer wunderschön gelegenen Ortschaft im wild-romantischen Zorntal. Doch vorher gab es noch 2 Tunnels (475 m und 2.306 m lang) und ein technisches Highlight: das Schiffshebewerk (Schrägaufzug) bei Arzviller, das eine Höhendifferenz von 45 m überwindet und 17 ehemalige Schleusen ersetzt.
Von nun an wird auf dem Rhein-Marne-Kanal bis Strasbourg zu Tal geschleust, automatisch und zügig. Mußestunden gibt es zum Beispiel im erwähnten Lutzelbourg. Empfehlenswert, weil sehr freundliche Bedienung und gutes Essen, ist die Bierstub d`Eselbahn.
Ein paar Schleusen und 10 Kilometer weiter erreichen wir das elsässische Kleinstädtchen Saverne (11.000 EW). Der Hafen ist gegenüber der großzügigen Schlossanlage derer von Rohan gelegen. Die Blumen geschmückte Stadt lädt zum ausgiebigen Bummeln und Shoppen ein. Auch hier findet man leicht gute Restaurants, in denen man neben anderen Gaumenfreuden auch landestypische Gerichte wie Sauerkraut und Flamme probieren kann.
Einen kleinen, idyllischen Hafen gibt es kurz vor der Großstadt Strasbourg in Souffelweyersheim (vor der Schleuse 50). Hier versorgten wir uns im nahen Supermarkt und grillten nach Herzenslust im Hafen. Von hier aus gibt es auch eine ideale Busverbindung ins Zentrum Strasbourgs.
Unser letzter Tag in Frankreich war gekommen. Hinter dem Europaparlament in Strasbourg bogen wir nach Steuerbord in das Flüsschen Ill und machten noch eine kleine Stadtrundfahrt auf eigenem Kiel, bevor wir hinter der Rheinschleuse 2 km zu Berg in den Hafen des Nautic Club Kehl fuhren. Zwei Gründe sprechen für Kehl: Es ist ein schöner, gepflegter Hafen mit guter und preiswerter Gastronomie und man erreicht von hier aus leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln das Zentrum Strasbourgs. Außerdem verfügt Kehl über eine schöne Fußgängerzone. Auch hier lohnt ein Aufenthalt von mehr als nur einer Nacht.
Die fast 400 Kilometer lange Rheinstrecke zu Tal zurück nach Köln bietet unendlich viele Möglichkeiten, idyllische Altrheinarme, Seen, Häfen, Ankerplätze, Städte und Ortschaften, so dass man sich allein hier viele Wochen Zeit nehmen könnte. Ich erwähne nur die von uns ausgewählten Etappenziele:
- Petersee bei Freistett, gleich hinter der Großschleuse Gambsheim, mit sehr guter Volvo Penta Vertretung.
- Hafen Karlsruhe-Maxau mit hervorragender Küche auf dem Clubschiff "Vater Rhein".
- Stadthafen Speyer, neu gebaute Schwimmsteganlage, nur wenige Gehminuten vom Domplatz und der Fußgängerzone entfernt.
- Marina Eicher See (km 466 L), klares Wasser lädt zum Schwimmen ein, landschaftlich äußerst reizvolle Lage mit gutem und preiswertem Restaurant und schöner Terrasse.
- Hafen Rüdesheim, ruhig und schwellfrei, abseits des Touristenrummels
- Anleger Schleusenhäuschen (Lahn), hinter Schleuse Lahnstein, einfache, günstige Gerichte und Getränke, gemütliche Terrasse.
- Hafen Bad Honnef, schöner Naturhafen hinter der Insel Grafenwerth mit klarem Wasser und Blick auf den Drachenfels, ca. 15 Gehminuten in das schöne Zentrum von Bad Honnef. Gute Restaurants gibt es auch direkt am Hafen und auf der Insel Grafenwerth.
Das schöne, hochsommerliche Wetter begleitete uns während des gesamten Törns. Eine insgesamt lohnende, abwechslungsreiche Tour, die sehr zu empfehlen ist. Man sollte sich 3-4 Wochen Zeit nehmen. Die Automatic-Schleusen in Frankreich (Fernbedienung, Radar oder über den Kanal gespannte Zugleinen) lassen sich leicht bewältigen. Eine lichtstarke Lampe für die Tunnels ist sehr zu empfehlen, außerdem 3-4 Erdanker oder -schrauben, falls man einmal in freier Natur übernachten möchte. Fast überall genügt zur Stromversorgung der hier übliche Eurostecker. Man sollte aber auch einen Adapter für französische Stecker, Schukostecker mit zusätzlicher Öffnung, dabei haben (haben alle neueren Stecker).
Törnführer, alle erschienen im Verlag "Edition Maritim":
Manfred Fenzl: Der Rhein
Manfred Fenzl: Die Mosel mit Saar
Bernd-Wilfried Kießler: Elsass-Lothrinen
Darüber hinaus gibt es von der Moselle und dem Rhein-Marne-Kanal gute, mehrsprachige Gewässerkarten aus Frankreich (Guide Vagnon 12 + 13)
Törnstatistik
| Dauer des Törns: | 4 Wochen ab Köln, 3 Wochen ab Saarburg |
| Gefahrene Strecke: | 1048 Kilometer |
| Betriebsstunden: | 87 Stunden |
| Schleusen: | 87 |
| Höchster Schleusenhub: | 15,40 m |
| Schiffshebewerk: | 1 Schrägaufzug bei Arzviller (Hub 45 m) |
| Tunnels: | 2 Tunnels bei Niderviller( 475 m und 2.306 m lang) |
| Hubbrücken: | 2 |
| Drehbrücken: | 1 |
| Aquadukte: | 1 |
| Viadukte: | 1 |
| Kraftstoffverbrauch: | ca. 600 Liter Diesel |
| Verbrauch je Stunde: | 6,9 Liter |
| Verbrauch je km | 0,57 Liter |
| Liegegebühren | 6,50 € bis 16,00 € |
| Vignette (Frankreich): |
49,00 € |
Rainald Auer
Köln, im Juli 2003
